Musterurteil gegen Teletak -Gerät:

Musterurteil: Hunde empfinden Kontakt als Schmerz

aus: Ruhr-Nachrichten Dortmund vom 17.06.2003

Gelsenkirchen: Von der sanften Art des "Pferdeflüsterers" mit Tieren

umzugehen, hält der Kläger nichts. Hunde dagegen mit Hilfe von

Elektroreizgeräten zu erziehen - das entsprach schon eher seinen Methoden.

Der Kreis Recklinghausen hat ihm dies allerdings verboten. Und das

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die Ablehnung der Behörde in einem

Urteil bestätigt: Nach dem Musterurteil ist der Einsatz von

Elektroreizgeräten zur Erziehung oder Steuerung von Hunden generell

untersagt.

 

Das gelte ausnahmslos, so die Richter, also auch wenn der Erzieher hohe Sachkunde nachweise.

 

Die Apparate funktionieren durch die Stromübertragung mit einem regulierbaren

Sender. Das Empfangsgerät ist am Hals des Hundes befestigt. Die Stromzufuhr

ist je nach Intensität für den Hund unangenehm bis schmerzhaft.

Instinktbedingte Bewegungen des Hundes z.B. beim Nachstellen eines Kaninchens

werden nach Erkenntnis der Kammer durch den Apparat verhindert. Das sei

nicht artgerecht. Stromschläge prägten das Tier dauerhaft. Die Praxis zeige,

dass tierschützende Aspekte oft nicht berücksichtigt würden.

Der Kläger aus Belgien wollte die umstrittenen Geräte aus den USA auf einem

Gelände in Marl einsetzen. Er veranstaltet dort regelmäßig Seminare zur

Hundeausbildung. Er hatte versichert, die Stromzufuhr ermögliche eine

Hundeerziehung ohne Stockschläge, Tritte und Stachelhalsbänder. Die Geräte

gäben dem Hund mehr Bewegungsspielraum als an einer Hundeleine. Sie würden

die Tiere auch schneller vom Wildern, vom Attackieren von Spaziergängern oder vom plötzlichen Überqueren einer Straße abhalten.

Die Erziehung von Hunden können naturgemäß nicht frei von Schmerzen und

Zwängen sein, betonte der Kläger. Behörde und Gericht waren da ganz anderer Meinung. (AZ.: 7 K 625/01)