Der Hund kommt nach Hause !

Wir wissen doch noch alle wie es war als wir unseren Vierbeiner beim Züchter abholten. Dieses kleine Fellbündel voller Lebensenergie und Kraft. Unser Ziel ist es, in diesem Kurs nun diese Energie und Kraft in richtige Bahnen zu lenken. Wenn der Hund auf die Welt kommt, ist er, ähnlich wie unsere Kinder, weltoffen. Er kennt keine Verbote. Er weiß nicht, was er machen darf und was nicht. Deshalb macht er eben alles, was ihm so in den Sinn kommt. Es gibt heute viele Meinungen darüber, wann eigentlich die Ausbildung des Hundes anfängt. Wann glauben Sie denn ? Wenn der Hund in das neue Haus kommt, bekommt er seinen Platz auf dem Deckchen oder Körbchen gezeigt, obwohl er vielleicht viel lieber woanders liegen möchte. Er bekommt gezeigt, wo sein Fressen und Wasser stehen, obwohl er vielleicht viel lieber woanders trinken möchte. Er bekommt gezeigt, um wieviel Uhr er das Fressen bekommt, obwohl er lieber fressen möchte, wann er will. Mit dem Hund wird gespielt, wenn wir Zeit haben, obwohl er lieber immer spielen will. Er bekommt gezeigt, wo er sein Geschäft verrichten darf, obwohl er lieber woanders hinmachen möchte. Ist das nicht schon Erziehung oder Ausbildung? Wir bringen den Hund dazu, irgendetwas zu tun oder nicht zu tun. Wir können also sagen, dass die Erziehung sofort anfängt, wenn der junge Hund zu uns nach Hause kommt.      

 

Was ist unser Ziel?

Wir wollen unseren Vierbeiner soweit ausbilden, dass er die nötigsten Befehle zuverlässig ausführt.

In der individuell ausgelegten Zeit der Ausbildung wollen wir täglich zweimal fünfzehn Minuten mit unserem Vierbeiner die auf dem Hundeplatz erlernten Befehle üben, denn nur dann wird er zuverlässig gehorchen.

Wir nehmen uns vor,  immer regelmäßig zu den Übungsstunden zu kommen.

Nach der Ausbildung möchten wir mit dem Hund überall positiv auffallen.

Die Bindung zwischen Hund und Herrchen (Frauchen) wird fester und sicherer.

Die Hunde und Hundeführer lernen sich besser zu verstehen.

Der Hund lernt uns zu verstehen

Der Hund lernt niemals unsere menschliche Sprache. Wie kann er uns aber verstehen, wenn wir dem Hund Befehle geben ? Der junge Hund lernt, in unser Ausbildung auf bestimmte menschliche Laute irgend etwas zu tun. Das heißt, wenn wir einen Befehl geben, wird der Hund diesen auch ausführen, wenn er diesen Befehl mit der Ausführung verknüpft. Wichtig ist hier, dass der Befehl nur aus einem Wort oder einem Zeichen besteht. Zum Beispiel sollte es heißen >Sitz< und nicht >Bello nun setz dich doch mal<. Dieses eine Wort ist ein menschlicher Laut, den der Hund später mit Sitzen verknüpfen wird. Auch sollte man immer nur ein und dasselbe Wort für ein bestimmtes Verhalten des Hundes einsetzen. Wie verknüpft der Hund jetzt eigentlich den menschlichen Laut mit dem richtigen Verhalten ? Wichtig hierbei ist, dass die Zeit zwischen dem menschlichen Laut und dem richtigen Verhalten des Hundes so kurz wie möglich bleibt. Das heißt, der menschliche Laut und die Einwirkung auf den Hund muss in Sekundenbruchteilen geschehen. Je kürzer der Zeitraum ist, desto schneller lernt der Hund.

Lob und Strafe

Der Hund lernt durch Lob und Strafe. Auf diesen zwei Erfahrungen beruht die ganze Ausbildung des Hundes. Um hier eins klar zu stellen: Wenn jemand glaubt, man könne den Hund nur über Lob ausbilden, liegt falsch. Ein Hund der von seinem Führer nur Lob erfährt, legt dies früher oder später als Schwäche aus. Der Hund erkämpft sich in der Mensch-Hund-Meute den Platz als Rudelführer. So wird der Hund Führer und der Mensch folgt ihm. Ebenso wird in der Hundemeute die Rangordnung nur durch körperlichen Kampf hergestellt. Ein Hund der mit Lob ausgebildet wird, zeigt nur so lange Gehorsam, wie die Annehmlichkeit des Hundeführers größer ist, als eine andere. Wenn aber z.B. eine heiße Hündin über den Weg läuft, wird Bello nicht mehr hören. Bildet man den Hund nur über Strafe aus, bekommt man einen Hund, der >Meideverhalten< gegenüber dem Hundeführer zeigt und ebenfalls nicht mehr gehorcht. Nur wer LOB und STRAFE situationsbedingt, maßvoll und richtig anwendet, kann seinen Hund richtig erziehen. Wobei das Schlagen (mehr als 1 Schlag ist sinnlos) als Strafe grundsätzlich tabu ist. Ein ständig geschlagener Hund wird >handscheu<; er duckt sich, wird jedoch nicht gehorsam und verliert das Vertrauen zu seinem Führer.

Das Lob

Der Hund muss als erstes lernen, dass er gelobt wird, wenn er einen Befehl gut ausgeführt hat.

Lob kann man zeigen, in dem man den Hund viel streichelt, ruhig auf ihn einredet oder auch je nach Größe kräftig auf den Brustkorb klopft.

Wichtig ist aber, dass bei dieser Annehmlichkeit immer ein Ermunterungslaut: >So ist's brav!< (liebkosend und lang) ausgesprochen wird.

Die falsche Anwendung von Lob kann sich negativ auswirken.

Wenn der Hund z.B. >Sitz< machen soll, er aber schon gelobt wird, wenn er noch steht oder >Platz< macht, sieht der Hund seinen Vorteil im Stehen oder Platz machen.

Die Strafe

Der Hund muss lernen, dass er bestraft wird, wenn er etwas tut, was er nicht darf. Strafe kann man zeigen, indem man den Welpen einfach über den Fang ( die Schnauze) fasst . Dies ist die natürlichste Art, denn die Hundemutter macht dies ebenfalls so. Bei älteren Hunden erreicht man dasselbe mit einem mehr oder weniger kräftigen Ruck an der Leine. Wichtig ist bei der Unannehmlichkeit immer ein Einschüchterungslaut: >Pfui!< oder >Nein< (drohend und kurz gesprochen).

Die falsche Anwendung von Strafe kann sich ebenfalls negativ auswirken. Sie ist ein Krebsschaden für die Ausbildung. Wie schon oben gesagt, muss der Zeitraum zwischen der Strafe und dem falschen Tun des Hundes möglich kurz sein. Wenn der Hund nun fortläuft, müsste die Strafe während des Fortlaufens eintreten. Welcher Hundeführer hat seinen Hund denn schon gestraft, als er dann endlich wieder kam? Der Hund kam freudig zurück, denn er weiß ja nicht, dass er etwas falsch gemacht hat. Der Hundeführer ist verärgert und straft jetzt seinen Hund. Der Hund verknüpft nun freudiges Zurückkommen mit Strafe. Wenn diese Situation jetzt noch einmal vorkommt, wird der Hund nicht mehr zurückkommen. Wenn er aber zurückkommt, wird er immer die Strafe befürchten. Vermenschlicht gesehen meint man, der Hund hätte ein schlechtes Gewissen.

Lob und Strafe sind die Zügel, mit denen wir den Hund lenken und ihm verständlich machen, worin er seinen Vorteil oder Nachteil sieht.

Natürlich sollte das Lob gegenüber der Strafe immer überwiegen. Ein Hundeführer, der den Hund mehr straft als lobt, erzieht den Hund falsch. Diesen Hund erkennt man in seinem Verhalten als Duckmäuser.

Die Konsequenz

In der Hundeausbildung muss auch über Konsequenz gesprochen werden. An der Konsequenz des Hundeführers kann man erkennen, wie zuverlässig ein Hund dessen Befehle ausführt. Gerade hier schleichen sich viele Fehler ein.

Wenn man einen Befehl ausspricht, muss man als Hundeführer unbedingt darauf achten, dass der Hund diesen auch ausführt.

Welcher Hundeführer sprach den schon mal einen Befehl aus und achtete nicht darauf das er auch ausgeführt wurde? Passiert dies öfter, erzieht man den Hund zur Inkonsequenz.

Dies ist einer der größten Fehler, den ein Hundeführer machen kann.

Hier gilt es: sprich nur einen Befehl aus, wenn der Hund ihn auch wirklich ausführen soll! Aber Vorsicht: Wenn der Hund im Gehorsam noch nicht fest ist und Sie rufen ihn aus einem spielenden Hunderudel ab, wird dies wenig Sinn haben, denn der Hund wird noch nicht hören. Kommt dies öfter vor erzieht man den Hund ebenfalls zur Inkonsequenz.

Das Trainingsprogramm

Beim Training dürfen Ihre Bewegungen niemals nervös oder hektisch sein.

Sie müssen unbedingt bei allen Übungen große Ruhe ausstrahlen.

Trotzdem muss bei Fehlverhalten des Hundes blitzschnell reagiert werden.

Wenn der Hund sich aus der gewünschten Stellung entzieht, müssten Sie ihn sofort wieder in die korrekte Stellung bringen.

Wenn die Stellung wieder korrekt ist, wird wieder gelobt.

Wichtig ist wieder, dass das Lob schnell nach der korrekten Stellung erfolgt.

Auch müssen Streicheleinheiten schnell erfolgen.

Niemals dürfen Sie ungeduldig und wütend werden. Wenn der Hund die Übungen am Anfang noch nicht ausführen möchte, dürfen Sie nicht aufgeben, sonst hat der Hund gegen Sie gewonnen.

In Ihrer Stimme sollte man das LOB und die STRAFE gut unterscheiden können. Auch mit der Mimik kann man LOB und STRAFE gut unterstreichen.

Der Hund darf beim Üben nicht den Ton angeben.

Wenn der Hund zum Beispiel eine Übung verweigert darf man dies nicht durchgehen lassen.

Vorbereitung auf die Ausbildung

Wir gehen mit dem Hund auf dem Gelände spazieren, 2 m Ausbildungs-Leine in der rechten Hand. Wir achten nicht darauf, was der Hund macht – wir merken ja jede Bewegung des Hundes durch die Leine. Zieht der Hund nach rechts, gehen wir nach links; zieht der Hund nach links, gehen wir nach rechts. Bleibt der Hund hinter uns, werden unsere Schritte schneller; rennt der Hund nach vorne, drehen wir uns rum und gehen in die entgegengesetzte Richtung.

Innerhalb kurzer Zeit wird der Hund lernen auf seinen Hundeführer zu achten.

Sehen wir aber die ganze Zeit auf den Hund brauch er ja nicht auf uns zu achten und die Leinenführigkeit wird zur reinen Tortour.

1. Ausbildungsschritt

1.1 Sitz (Laut ist SITZ)

Bei dieser Übung stellt man sich rechts neben den Hund. Sie sagen zu dem Hund >Sitz!< und halten den Kopf mit der Leine durch die rechte Hand hoch. Mit der linken Hand drücken Sie leicht auf den hinteren Teil des Rücken. Wenn der Hund nun sitzt, sollte man ihn kräftig loben. Wenn er jetzt wieder aufstehen möchte, muss man sofort wieder, wie oben, einwirken, anschließend loben. Bei den Übungen sollte immer darauf geachtet werden, dass diese korrekt ausgeführt werden.

1.2 Sitz und bleib (Laut: BLEIB)

Der Hund muss sich hierbei korrekt in der Ausgangsstellung (siehe oben) setzen. Sie halten die rechte Innenhand vor den Fang des Hundes und geben den oben genannten Laut. Befolgt der Hund den Befehl, können Sie sich in Leinenabstand vor den Hund stellen. Wenn der Hund nun aufstehen möchte, muss dem sofort entgegen gewirkt werden. Wichtig ist, dass man beim Weggehen vom Hund nicht versehentlich an der Leine zieht. Wenn der Hund nun ruhig sitzen bleibt, kann man zusätzlich vor dem Hund hin und hergehen.

1.3 >Sitz und bleib< mit anschließendem Umkreisen des Hundes (Laut: SITZ BLEIB)

Diese Übung beruht auf der vorgehenden Übung. Zusätzlich wird der Hund hierbei umkreist. Der Hund muss in der Mitte schön stillsitzen. Hierbei sollte man die Leine etwas höher halten, damit sie den Hund nicht stört. Wenn man hinter dem Hund steht, sollte er sich nicht umdrehen. Umkreisen Sie den Hund sowohl rechts als auch links herum. Nach mehrmaligen Umkreisen des Hundes gehen Sie wieder in Ausgangsstellung und loben Sie Ihren Hund ausgiebig.

1.4 Gehen bei Fuß (Laut: FUß)

In der Ausgangsstellung sitzt der Hund angeleint links neben Ihnen. Sie halten die Leine vor sich in beiden Händen. Sie geben nun leise den Befehl >FUß!< und gehen mit dem Hund los. Sollte der Hund sich links von Ihnen lösen, müssen Sie durch geringes Rucken an der Leine ihrem Hund klarmachen, dass er links neben Ihnen bleiben soll. Vor jedem Ruck erfolgt der Laut >FUß! <. Nach dem Ruck muss die Leine sofort wieder locker durchhängen. Wenn die Leine wieder straff wird, erfolgt wieder ein Ruck mit der Leine usw.

1.5 Gehen >Bei Fuß< mit häufigem Stehen bleiben (Laut: FUß und SITZ)

Hier lernt der Hund, sich sofort neben Sie zu setzen sowie Sie stehen bleiben. Dies bringt man dem Hund bei indem man sobald man stehen bleibt   >SITZ< sagt und wie unter Punkt 1.1 einwirkt. Wichtig ist, dass der Hund sich sofort hinsetzt, wenn man stehen bleibt. Der Hund muss immer korrekt neben dem Hundeführer sitzen. Wenn hier Unkorrektheiten durchgelassen werden, bleibt die ganze Ausbildung Stümperei.

1.6 Schnelles gehen bei Fuß mit Stehen bleiben (Laut: Fuß)

Diese Übung ist identisch mit der Übung 1.5, nur wird hierbei sehr schnell mit dem Hund aus der Ausgangstellung angegangen. Nach wenigen Schritten bleibt man plötzlich stehen und der Hund muss sich blitzschnell neben Sie korrekt hinsetzen.

1.7 Gehen bei Fuß mit unterschiedlicher Gangart (Laut: FUß)

Bei dieser Übung wechseln Sie häufig die Gangart. Sie gehen dabei einmal sehr langsam und dann wieder sehr schnell. Auch können Sie jetzt schon mal eine kleine Strecke rennen, um danach gleich wieder regelrecht zu schleichen. Hier lernt der Hund sich auf den Hundeführer zu konzentrieren. Der Hund wird aufmerksamer und achtet mehr auf die Bewegungen des Hundeführers. Wichtig ist, dass der Hund immer korrekt bei Fuß geht und sich auch sehr schnell an die Gangart anpasst. Unkorrektheiten des Hundes sind immer sofort mit einem Leinenruck zu korrigieren.

2. Ausbildungsschritt

2.1 >Sitz und bleib< mit anschließendem Abholen des Hundes

Sie gehen mit dem Hund in Ausgangsstellung. Danach geben Sie dem Hund den Befehl >Sitz Bleib< mit dem Handzeichen BLEIB. Danach stellen Sie sich in Leinenabstand vor den Hund. Achten Sie beim Entfernen vom Hund darauf, das er Ihnen nicht folgt. Nach ein paar Sekunden gehen Sie zu Ihrem Hund zurück, umkreisen ihn anschließend erfolgt noch einmal der Laut >SITZ!<. Dieser Befehl soll bei fortgeschrittener Übung weggelassen werden. Wenn der Hund korrekt sitzt, muss er wieder ausgiebig gelobt werden .

2.2 Gehen bei Fuß mit kleinen Kreisen (Laut FUß)

Bei dieser Übung müssen Sie mit Ihrem Hund einmal kleine Kreise nach links und einmal nach rechts laufen. Durch diese Übung werden Konzentration und Aufmerksamkeit des Hundes enorm gesteigert. Die Übung hört sich sehr leicht an, doch wenn der Hund nicht aufmerksam ist, werden Sie über ihn fallen. Wichtig ist wieder, dass der Hund korrekt bei >Fuß< läuft. Sollte der Hund korrekt bei Fuß gehen, wird nach dieser Übung kräftig gelobt.

2.3 Gehen >Bei Fuß< in einer Acht (Laut: FUß)

Diese Übung ist identisch mit der Übung 2.2. Nur läuft der Hund jetzt einmal innen im Kreis und einmal außen im Kreis. Das Anpassungsvermögen und die Konzentration des Hundes werden dadurch noch mehr gefördert.

2.4 Platz (Laut: PLATZ)

Bei dieser Übung zeigen Sie mit der rechten Hand auf den Boden geben den Laut >PLATZ< und ziehen den Hund wenn nötig z.B. zusätzlich mit der Leine zu Boden. Hier ist zunächst etwas Geduld erforderlich, da einige Hunde sich sehr sperren können. Nur sollte man bei dieser Übung nicht nachgeben, bis der Hund einmal richtig am Boden liegt. Notfalls muss man auch mal beide Hände zu Hilfe nehmen um den Hund niederzudrücken.

2.5 Platz und bleib (Laut: PLATZ BLEIB)

Der Hund liegt am Platz und Sie stehen rechts neben ihm. Jetzt geben Sie den oben genannten Laut mit dem Sichtzeichen >BLEIB< und stellen sich in Leinenabstand vor den Hund. Die Übung ist vom Inhalt identisch mit der Sitzübung 1.2. Wenn der Hund nun aufstehen möchte, muss dem sofort mit Konsequenz entgegengewirkt werden. Wichtig ist, dass man beim Weggehen vom Hund nicht versehentlich an der Leine zieht. Wenn der Hund nun ruhig liegen bleibt, kann man zusätzlich vor dem Hund hin und hergehen.

2.6 Platz und bleib mit anschließenden Umkreisen des Hundes (Laut PLATZ BLEIB)

Diese Übung beruht auf der Sitzübung 1.3, nur dass der Hund hier im Platz liegen bleiben muss. Umkreisen Sie den Hund sowohl rechts als auch links herum. Nach mehrmaligem Umkreisen des Hundes gehen Sie wieder in Ausgangsstellung. Jetzt können Sie den Hund ruhig kräftig loben, denn Sie können schon stolz auf Ihren Vierbeiner sein. Er besitzt schon eine gehörige Portion Gehorsam.

2.7>Platz und bleib< mit anschließenden Heranrufen des Hundes (Laut: HIER)

Sie gehen mit dem Hund in Ausgangsstellung. Danach geben Sie dem Hund den Befehl >Platz Bleib< mit dem Handzeichen BLEIB. Danach stellen Sie sich in Leinenabstand vor den Hund. Achten Sie beim Entfernen vom Hund darauf, das er Ihnen nicht folgt. Nach ein paar Sekunden rufen Sie Ihren Hund mit dem Laut >HIER< zu sich und ziehen den Hund an der Leine vor sich. Anschließend erfolgt der Laut >SITZ!<. Dieser Befehl soll bei fortgeschrittener Übung weggelassen werden. Wenn der Hund korrekt sitzt, muss er wieder ausgiebig gelobt werden.

3. Ausbildungsschritt

3.1 Der Hund geht hinten um den Hundeführer herum (Laut: FUß)

In der Ausgangsstellung sitzt der Hund vor Ihnen. Sie legen die Leine rechts herum um den Rücken und halten Sie in der linken Hand. Locken Sie den Hund mit Fuß um sich herum. Sollte der Hund sich sperren, können Sie auch zusätzlich kurz an der Leine rucken. In der Ausgangsstellung wird der Hund wieder ausgiebig gelobt.

3.2 Heranrufen des Hundes, wobei der Hund hinter seinem Hundeführer herum muss (Laut: FUß)

Diese Übung ist identisch mit der Übung 3. 1, nur dass der Hund jetzt in Leinenabstand vor Ihnen sitzt. Wichtig ist, dass bei jeder Phase der Übung auf große Fehlerlosigkeit geachtet wird. Nachlässigkeit kann man sich bei der Ausbildung von Hunden nicht leisten.

3.3 Heranrufen des Hundes mit >HIER!< wobei der Hund hinter seinem Hundeführer herum muss. (Laut: HIER FUß)

Die Übung ist eine Kombination zwischen der Übung 2. 7, und 3.2. Der Hund wird in Leinenabstand mit dem Laut >HIER!< vor sich gerufen. Wenn der Hund korrekt vorsitzt, wird er gelobt. Nach ca. 3 bis 4 Sekunden wird der Hund mit Fuß hinten um sich herum gerufen. Wichtig ist, dass die Zeit zwischen dem Laut >HIER< und >FUß< unbedingt eingehalten wird.

3.4 Sitz und bleib für 3 Minuten (Laut: SITZ BLEIB)

Diese Übung ist identisch mit der Übung 1.2, nur muss der Hund in dieser Stellung 3 Minuten verharren. Sie müssen Ihren Hund bei dieser Übung noch ständig beobachten. Mit dieser Übung wird erreicht, dass Ihr Hund für längere Zeit ruhig sitzen bleibt. Sollte der Hund diese Stellung nicht mehr einhalten wollen, müssen Sie, wie unter Übung 1.2, sofort korrigieren, das heißt, der Hund muss exakt wieder an die gleiche Stelle gesetzt werden. Nach 3 Minuten gehen Sie in Ausgangsstellung und loben den Hund kräftig.

3.5 Platz und bleib für 3 Minuten (Laut: PLATZ BLEIB)

Diese Übung beruht auf der Übung 2.5, nur das der Hund jetzt 3 Minuten ruhig liegen bleiben muss. Mit dieser Übung wird erreicht das Ihr Hund für längere Zeit ruhig liegen bleibt. Sollte der Hund diese Stellung nicht mehr einhalten wollen, müssen Sie wie unter Übung 2.5 sofort korrigieren. Das heißt der Hund muss exakt an die gleiche Stelle gelegt werden. Nach den 3 Minuten gehen Sie in Ausgangsstellung geben den Laut SITZ und loben den Hund kräftig.

4. Ausbildungsschritt

4.1 Heranrufen des Hundes, wenn der Hundeführer mit dem Rücken zum Hund steht. Der Hund macht > Platz< (Laut: FUß)

In dieser Übung steht der Hundführer mit Hund in Ausgangsstellung, der Hund liegt. Sie zeigen dem Hund das Zeichen für >BLEIB< und sagen >BLEIB!<. Dann gehen Sie in Leinenabstand vor den Hund, wobei Sie dem Hund den Rücken zugewendet haben. Nach einer Weile geben Sie den Laut >FUß!< und loben den Hund an die linke Seite. Sollte der Hund zögern, können Sie auch leicht an der Leine rucken. Mit der Leine können Sie den Hund auch exakt lenken. So kann er auch nicht an Ihnen vorbeilaufen. Wenn der Hund an Ihrer Seite ist, können Sie die Leine leicht hochziehen, damit der Hund sich direkt neben Sie setzen muss. Wenn der Hund exakt neben Ihnen, sitzt wird wieder gelobt. Wichtig ist, dass Sie beim Entfernen vom Hund nicht an der Leine ziehen, der Hund könnte dann schon vorzeitig aufstehen.

Diese Übung wird in der Praxis sehr oft benötigt und wird deshalb gesondert trainiert. Wenn man zum Beispiel mit dem Hund spazieren geht und auf dem Weg etwas nachsehen möchte, was für den Hund gefährlich werden könnte, so kann man den Hund in: >Platz!< ablegen und die Sache genauer untersuchen. Danach ruft man den Hund mit >FUß< heran.

4.2 Gehen bei FUß mit 90' Wendungen nach rechts und links (Laut: FUß)

Hund und Hundeführer gehen aus der Ausgangsstellung an. Der Hund muss exakt neben dem Hundführer gehen. Nach ein paar Schritten geht der Hundeführer in einen scharfen Winkel nach rechts oder links. Anschließend wieder ein paar Schritte geradeaus gehen und wieder einen scharfen Winkel machen. Der Hund muss während der gesamten Übung mit der Brust in Kniehöhe sein. Macht der Hund die Übung gut, wird er sofort wieder gelobt.

4.3 Gehen bei Fuß mit Kehrwendungen (180') nach rechts oder links (Laut: FUß)

Diese Übung ist ähnlich wie die Übung 4.2, nur dass der Hundführer hier eine Kehrtwendung auf der Stelle von 180' durchführt. Die Übung wird um so schwieriger, je schneller der Hundführer sich auf der Stelle dreht. Wenn der Hund etwas hinterher läuft, ist er durch leichtes Rucken und Heranloben an die linke Führerseite zu locken. Läuft der Hund vor, ist durch einen kräftigen Ruck >Bei FUß!< zu holen. Anschließend wieder loben.

4.4 Sitz und Bleib für etwa 5 Minuten (Laut: SITZ BLEIB)

Diese Übung ist ähnlich wie die Übung 3.5, nur wird die Zeit weiter erhöht. Hier soll erreicht werden, dass der Hund für 5 Minuten auf dem Platz liegen bleibt, wo er abgelegt wurde. Jetzt können Sie sich auch schon weiter von dem Hund entfernen. Auch brauchen Sie die Leine nicht mehr länger festzuhalten. Legen Sie die Leine einfach der Länge nach auf den Boden, jedoch müssen Sie Ihren Hund noch ständig beobachten. Sollte der Hund nun doch mal aufstehen wollen, können Sie sofort mit dem Laut >SITZ< einwirken. Nach 5 Minuten gehen Sie in Ausgangsstellung und loben Ihren Hund kräftig.

4.6 Platz und bleib für etwa 5 Minuten (Laut: PLATZ BLEIB)

Diese Übung ist ähnlich der Übung 4.5, nur muss der Hund nun für 5 Minuten im Platz liegen. Der Hund ist im Gehorsam schon gut gefestigt. Nun werden wir schon einige Verleitungen einbauen. Wir lösen uns von unseren Hunden, wobei wir sie ständig im Blickfeld haben. Dann geht der eine Hundeführer um den Hund des anderen Hundeführers usw. Bei sehr wesensfesten Hunden kann auch leicht in die Hände geklatscht werden. Nach 5 Minuten ruft der Hundeführer seinen Hund mit >Hier< ab. Anschließend wird wieder kräftig gelobt.

5. Ausbildungsschritt

5.1 Sitz und bleib für 10 Minuten, wobei der Hundeführer sich 30 Schritt entfernt und ruhig stehen bleibt. (Laut: SITZ BLEIB)

Bei dieser Übung soll der Hund schon 10 Minuten ruhig sitzen bleiben. Da die Sitzstellung für den Hund keine natürliche Stellung ist, in der die Hunde lange verweilen, gehört schon eine riesige Portion Gehorsam dazu, damit der Hund diese Übung sauber ausführt. Der Hundeführer entfernt sich aus der Ausgangsstellung und legt die Leine auf den Boden. In einer Entfernung von ca. 30 Schritten bleibt er ruhig stehen und beobachtet den Hund. Sollte der Hund aufstehen wollen, muss sofort mit dem Laut >SITZ!< eingewirkt werden. Nach den 10 Minuten gehen Sie wieder in Ausgangsstellung und loben den Hund kräftig.

5.2 >Platz und Bleib!< für 10 Minuten wobei der Hundeführer sich 30 Schritte entfernt. (Laut: PLATZ BLEIB)

Diese Übung ist wieder ähnlich wie Übung 5. 1, nur dass der Hund nun 10 Minuten im Platz liegen muss. Der Hundeführer gibt in der Ausgangsstellung den Laut >PLATZ BLEIB< und entfernt sich ca. 30 Schritte vom Hund. Nun kann er dort auch schon langsam auf und ab oder in die Hocke gehen. Der Hund ist aber ständig zu beobachten. Nach den 10 Minuten rufen Sie den Hund mit >Hier< ab. Anschließend wird der Hund wieder gelobt.

5.3 Sitz und Bleib mit starker Verleitung (Laut: SITZ BLEIB)

Der Hund wird nun von dem Hundeführer ins >Sitz und bleib!< gebracht. Anschließend entfernt sich der Hundeführer einige Schritte vom Hund. Nun wird der Hund von mindestens 5 weiteren Personen bedrängt. Die 5 Personen sollen sich in einem Kreis um den Hund stellen. Anschließend gehen die 5 Personen auf den Hund zu so, dass der Kreis immer enger wird. Der Hundeführer kann nun zusätzlich in die Hände klatschen, um die Verteilung noch weiter zu erhöhen. Anschließend entfernt sich die Gruppe und der Hundeführer geht zu seinem Hund in Ausgangsstellung. Jetzt wird wieder kräftig gelobt.

5.4 Platz und Bleib mit starker Verleitung (Laut: PLATZ BLEIB)

Die Übung ist identisch mit der Übung 5.3 nur das der Hund jetzt im >Platz< liegen muss. Der Hund wird nun von dem Hundeführer aus der Ausgangsstellung ins >Platz und bleib!< gebracht. Anschließend entfernt sich der Hundeführer einige Schritte vom Hund. Nun wird der Hund von mindestens 5 weiteren Personen bedrängt. Die 5 Personen sollen sich in einem Kreis um den Hund stellen. Anschließend gehen die 5 Personen auf den Hund zu, so dass der Kreis immer enger wird. Zur Verteilung des Hundes kann man alles Erdenkliche tun, z.B. wie oben in die Hände klatschen, in die Hocke gehen, plötzlich aus der Hocke fortlaufen, hüpfen usw. Anschließend bleibt die Gruppe stehen und der Hundeführer ruft seinen Hund mit >Hier< ab. Jetzt wird wieder kräftig gelobt.

6. Ausbildungsschritt

6.1 >Sitz und Bleib!< mit stärkster Verleitung (Laut SITZ BLEIB)

Bei dieser Übung muss der Hund auch bei aller stärkster Verleitung ruhig sitzen bleiben. Dies erreicht man damit, dass man zuerst den höchsten Trieb des Hundes anspricht. Dies kann der Fresstrieb, Spieltrieb, Jagdtrieb, Kampftrieb o.ä. sein. Bleiben wir beim Fresstrieb, der über den gesamten Grundkurs auch gefördert wurde. Der Hundeführer bleibt bei seinem angeleinten Hund und hält die Leine fest in beiden Händen. Ein Fremder versucht jetzt aus einiger Entfernung den Hund mit einem Leckerli aus der Sitzstellung zu locken. Sollte der Hund aufstehen wollen, muss sofort mit einem kräftigen Leinenruck entgegengewirkt werden. Zusätzlich kann man noch den Einschüchterungslaut >NEIN< hinzunehmen. Wenn der Hund nun ruhig sitzen bleibt, kann die Verteilung immer weiter erhöht werden. Dazu kommt der Fremde immer näher und lockt immer intensiver. Das Ziel dieser Übung ist erreicht, wenn der Hund das Leckerli von dem Fremden meidet. Anschließend nimmt der Hundeführer das Leckerli dem Fremden ab und bestätigt seinen Hund mit viel Lob und dem Leckerli.

6.2 Platz und bleib mit stärkster Verleitung (Laut PLATZ BLEIB)

Diese Übung ist ähnlich wie die Übung 6.1, nur dass der Hund jetzt im >Platz!< liegen bleiben muss. Diese Übung ist ebenfalls in der Praxis sinnvoll. Wenn man seinen Hund irgendwo ablegt, wird der Hund nichts mehr von Fremden annehmen und kann so auch nicht aus der Platzposition gelockt werden.

6.3 Platz und Bleib mit Verleitung durch einen fremden Hund (Laut: PLATZ BLEIB)

Bei dieser Übung wird der Hund aus der Ausgangstellung ins >Platz!< gelegt. Der Hundeführer hält die Hundeleine in der Hand und steht in Leinenabstand neben dem Hund. Ein fremder und ruhiger Hund geht nun in 4-5 Meter Entfernung vor dem liegenden Hund auf und ab. Sollte der Hund ruhig liegen bleiben, ruft der Hundeführer seinen Hund zu sich und lobt den Hund kräftig.

6.4 >Platz und bleib!< wobei der Hundeführer außer Sichtweite geht (Laut: PLATZ BLEIB)

Diese Übung beginnt mit der Ausgangsstellung, wobei der Hund links neben dem Hundeführer sitzt. Dann Wird der Hund abgeleint. Nun kommt der Laut: >Platz bleib!<. Wenn dieser Befehl ausgeführt ist, entfernt sich der Hundeführer für einige Zeit außer Sichtweite.

 

Das Unbefangenheitstraining

 

Was ist denn nun dieses Unbefangenheitstraining und wie ist es erlernbar?

Viele Hundehalter nehmen den Hund mit zum Spaziergang – evtl. auch mit zum Schaufensterbummel – und nun stehen dort einige Personen mitten im Weg, die gemütlich ein Plauschchen halten und versperren den Weg für Halter und Hund. Beide müssen durch die Gruppe und sollten diese nicht stören. Ein anderes Beispiel ist, innerhalb eines Hundefreilaufgebietes gibt es einen Joggingpfad. Freilaufende Hunde sollten einen Jogger nicht durch Jagdtrieb zum Marathonlauf oder durch Anspringen zur Pause zwingen.

Auf den Übungsplätzen werden solche Situationen nachgestellt. Zunächst wird mit dem Hund – kontrolliert an der Leine – ein Spaziergang durch die Menschengruppe gemacht. Ein „Passant“ spricht den Halter an, reicht ihm evtl. die Hand, lässt etwas auf den Boden fallen. Reagiert der Hund nicht unbefangen, so wirkt der Hundeführer über die Leine und mit Hörzeichen auf ihn ein. Klappt das Erlernte an der Leine, wird diese Übung mit dem „freifolgenden“ Hund trainiert.

Erst nach Abschluss dieser Übungen kann man gleiches im Begegnungsverkehr (Jogger/Radfahrer) trainieren. Hier hat der Hund dann noch zusätzlich zu lernen, die Hörzeichen auch auf räumliche Distanz zum Hundeführer zu befolgen.

Es ist Quatsch, einem Jogger zuzurufen, mein Hund „tut“ nichts, er will nur spielen. Der Jogger möchte seinen Sport in dem von ihm bestimmten Tempo abwickeln und nicht durch einen Hund gezwungen werden, hier etwas zu ändern.

 

Kann der Hund die gerade beschriebenen Übungen, geht es mit ihm zum Verkehrstraining. Hier muss er neben dem normalen Sitz oder Platz vor dem Überqueren der Straße auch lernen, auf scharfe Bremsgeräusche, Fehlzündungen, dicht vorbeifahrende Moped- und Radfahrer oder anhaltende Fahrzeuge, deren Fahrer nach dem Weg fragen, weder ängstlich noch aggressiv zu reagieren.
Selbstverständlich werden diese Übungen zunächst ausschließlich in kleinem Kreis geübt, vielleicht auf dem Parkplatz vor dem Hundeplatz, bevor man mit einer größeren Gruppe in die Innenstadt geht.

 

Fit und gesund durch Sport mit dem Hund, dieser Slogan steht für die modernen Sportarten. Er ist nicht nur Schlagwort sondern steht dafür, dass beim Turnierhundsport und Agility neben dem gesunden Hund auch die eigene körperliche Fitness gefordert ist. Denn bei diesen Sportarten geht es neben den Gerätefehlern auch um die eigene Schnelligkeit und Wendigkeit, denn hier können neben Fehlern, die der Hund am Gerät macht auch eigene Zeitfehler über Platz und Sieg entscheiden. D. h., hier ist auch vom Halter sportliche Kondition und nicht Trägheit und Übergewicht gefragt.

Team-Test

Zu einem Team gehören immer mehrere; bei uns im Hundesport der Mensch und der Hund. Vielleicht sollte sogar erweitert werden: Menschen und Hunde.

Bei der Grunderziehung des Hundes ist der Mensch zwar Meister, Chef oder - verhaltenspsychologisch - auch der Rudelführer. Im Zusammenwirken bilden sie aber ein Team. Der Team-Test zeigt eindrucksvoll, dass - Mensch und Hund - zusammengehören. Im Verlauf des "Team-Test" wird auch aufgezeigt, dass andere Menschen und andere Hunde ebenfalls in die Aufgabenstellung mit eingebunden werden müssen. Dies ist für ein spannungsfreies Miteinander heute unabdingbar.

Gut erzogene Hunde und solche Hundehalter, die an einem positiven Zusammenleben mit Nicht-Hundehaltern höchst interessiert sein müssen, sind das Ergebnis, das mit dem Team-Test angestrebt wird. Mit Team soll gezeigt werden, dass sich auch heute noch Hunde jeglicher Rasse und Art reibungslos in das tägliche Leben einfügen können. Dazu gehören besonders die Übungen im Begegnungsverkehr mit Radfahrern, Joggern und Menschengruppen. Gerade hier lässt sich der Erfolg einer Ausbildung im Hundesportverein ersehen.

Der Team-Test gilt als Basisausbildung und Einstieg in den Hundesport.

Hundehalter, die in die Lehrgänge kommen, bekennen sich zu ihrer Verantwortung. Sie wirken damit auch dem häufig bösartig dargestellten Negativbild des Hundes eindrucksvoll entgegen. Die Hundesportvereine beteiligen sich mit ihrer Arbeit schon lange an der Darstellung eines positiven Hundebildes. Viele Hundebesitzer erlernen hier den artgerechten Umgang mit dem Hund. Viele Hunde, die durch falsche Haltung und belastende Umwelt geschädigt sind, werden in Hundesportvereinen wieder zu liebenswerten und akzeptierten Begleitern des Menschen.

Es werden folgende Kriterien geprüft:

1. Leinenführigkeit

Der am Halsband (handelsübliches Ketten-, Leder- oder Kunststoffhalsband) angeleinte Hund muss an der linken Seite freudig und eng am Knie des Hundeführers mitgehen. Die Leine wird in der linken Hand gehalten und muss lose durchhängen. Beim Anhalten hat sich der Hund sofort ohne Einwirkung neben den Hundeführer zu setzen.

2. Freifolge

Der Hund muss - ohne angeleint zu sein – an der linken Seite freudig und eng am Knie des Hundeführers mitgehen. Beim Anhalten hat der Hund sich sofort ohne Einwirkung neben den Hundeführer zu setzen.

 

Laufschema

Leinenführigkeit und Freifolge

(dargestellt ist der Weg des Hundeführers)

3. Sitzübung

Auf ein einmaliges Hörzeichen "Sitz" muss sich der unangeleinte Hund schnell hinsetzen, während der Hundeführer mindestens 20 Schritte weitergeht. Der Hund muss bis zum Abholen durch den Hundeführer am ursprünglichen Platz sitzen bleiben.

4. Platzmachen mit Herankommen

Auf ein einmaliges Hörzeichen "Platz" muss sich der unangeleinte Hund schnell hinlegen, während der Hundeführer mindestens 20 Schritte weitergeht. Der Hund muss bis zum Abrufen durch den Hundeführer an seinem Platz liegen bleiben, nach dem Abrufen freudig und schnell zum Hundeführer kommen, sich vor ihn setzen und auf Hörzeichen die Grundstellung einnehmen.

5. Anbinden des Hundes

Der Hund wird während der Übungen 1 – 4 eines anderen Hundes an einen Pfosten angebunden und dort abgelegt. Der Hundeführer begibt sich außer Sicht seines abgelegten Hundes.

6. Durchqueren einer Personengruppe

Der Hund muss sich beim Durchqueren einer Personengruppe sowohl an der Leine als auch unangeleint gegenüber Personen unbeteiligt zeigen. Er darf sie weder beschnuppern noch sonst wie belästigen.

7. Unbefangenheit des Hundes gegenüber Fahrzeugen und Personen

Der Hund muss sich beim Umgehen von Autos unbefangen zeigen. Dabei werden Parkplatzsituationen nachgestellt.

8. Begegnungsverkehr

8.1 Begegnung mit Personen

Auf einem nicht oder wenig befahrenen Weg gehen 2 bis 3 Personen dem Hundeführer, dessen Hund frei läuft, entgegen. In ca. 30m Abstand des Hundes von den Passanten wird der Hund zurückgerufen. Es sind max. 2 Hörzeichen zum Zurückkommen erlaubt. Der Hund wird angeleint und Hundeführer und Hund gehen, ohne dass dieser korrekt bei Fuß gehen muss, an den entgegenkommenden Passanten vorbei, dabei darf der Hund die Passanten nicht belästigen.

8.2 Fahrrad- oder Mopedverkehr

Ein Fahrrad- oder Mopedfahrer überholt von hinten den Hundeführer, der seinen Hund an der Leine führt, und gibt dabei Klingel- oder Hupsignale

Der Fahrrad- oder Mopedfahrer wendet nach dem Überholen in einem Abstand von ca. 70m und kommt nun, ebenfalls mit Klingel- oder Hupsignale, Hundeführer und Hund entgegen. Der Hund hat sich davon unbeeindruckt zu zeigen.

8.3 Begegnung mit Joggern

Der Hundeführer geht im normalen Schritt entlang eines Weges, der Hund läuft angeleint. Von hinten nähern sich ein oder zwei Jogger im Laufschritt, überholen ohne das Tempo zu verändern und laufen weiter. Der Hund sollte sich gegenüber den Joggern gleichgültig verhalten. Auf keinen Fall darf der Hund versuchen den Joggern entgegen laufen, nachspringen oder sie sonst wie belästigen. Dieselbe Übung wird auch im Begegnungsverkehr von vorne durchgeführt.